5 Punkte, die der Betriebsrat wissen sollte, wenn es um die Psyche geht

Das wissen selbst Betriebsräte oft nicht: Welche Möglichkeiten bestehen, um die psychische Gefährdung am Arbeitsplatz zu reduzieren? Welche maßgeblichen Regularien sollten Sie hierzu kennen? Weniger, als Sie vielleicht denken: Nur 5 Punkte sind dabei zu beachten. Wir stellen sie Ihnen vor.

Arbeitergeber und Arbeitnehmervertretung haben ein und dasselbe Anliegen: psychische Belastungen zu vermeiden. Hier finden Sie die wichtigsten Sachverhalte, die sowohl Arbeitnehmervertreter als auch als Arbeitgeber kennen sollten.

Wichtig: Die nachfolgenden Punkte sind nur Auszüge aus unserem Fachinformations-Dienst „Psychscihe Gefährdungen am Arbeitsplatz“. Wenn Sie Interesse an allen Informationen haben, können Sie hier eine kostenlose Testversion des Abonnements anfordern: http://www.psychische-gefährdung-portal.de/

Folgende fünf Punkte haben wir für Sie zusammengestellt:

  1. Kosten: Der Arbeitgeber trägt grundsätzlich alle Kosten, d. h., er muss Zeit für Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur Verfügung stellen. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) darf der Arbeitgeber diese Kosten den Beschäftigten nicht auferlegen, natürlich auch nicht anteilig, z. B., indem er Urlaubstage oder Freizeit für Fitnessprogramme verwendet, die als Arbeitsschutzmaßnahmen dargestellt werden.
  1. Prioritäten: Grundsätzlich müssen alle psychischen Gefahren von der Ursache her bekämpft werden – zum Beispiel müssen die räumlichen, organisatorischen, technischen oder strukturellen Verhältnisse geändert werden. Die Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen.
  1. Gefährdungsbeurteilung: Alle Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes müssen immer auf einer Gefährdungsbeurteilung basieren.
  1. Mitbestimmung: Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind auch dadurch gekennzeichnet, dass Betriebsräte und Personalräte hier eine besondere Mitbestimmungspflicht und ein besonderes Recht auf Information haben (§ 87 (1) Nr.7 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)).
  1. Es gilt das BetrVG § 89: „Der Betriebsrat hat sich dafür einzusetzen, dass die Vorschriften über den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung im Betrieb sowie über den betrieblichen Umweltschutz durchgeführt werden. Der Arbeitgeber und die in Absatz 1 Satz 2 genannten Stellen sind verpflichtet, den Betriebsrat oder die von ihm bestimmten Mitglieder des Betriebsrats bei allen im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz oder der Unfallverhütung stehenden Besichtigungen und Fragen und bei Unfalluntersuchungen hinzuzuziehen. Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat auch bei allen im Zusammenhang mit dem betrieblichen Umweltschutz stehenden Besichtigungen und Fragen hinzuzuziehen und ihm unverzüglich die den Arbeitsschutz, die Unfallverhütung und den betrieblichen Umweltschutz betreffenden Auflagen und Anordnungen der zuständigen Stellen mitzuteilen.“

Fazit: Viele Arbeitgeber sind unsicher, wie sie mit der Arbeitnehmervertretung bei dem Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zusammenarbeiten sollen. Wenn beide Seiten aktiv aufeinander zugehen und danach Maßnahmen entwickeln, die die Verhältnisse am Arbeitsplatz optimieren und das Verhalten der Beteiligten mental weiterentwickeln, haben alle gewonnen!