Burnout: Mitarbeiterzufriedenheit ist Führungsaufgabe

Zufriedenheit bei Mitarbeiter fördern.

Was Führungskräfte zur Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und zur Burnout-Vorbeugung tun können

Die steigende Zahl von Menschen, die unzufrieden im Job oder gar Opfer von Burnout werden, ruft die Politik auf den Plan. So hat Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) jüngst in einem Interview mit Spiegel Online bemängelt, dass entgegen des hohen Entwicklungsstandes in Deutschland die Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeit im Vergleich mit anderen Ländern deutlich niedriger sei. Nach Angaben der Ministerin fallen heute etwa doppelt so viele Arbeitstage in den Betrieben aufgrund psychischer Erkrankungen aus wie noch vor zehn Jahren. Zugleich sei das Zutrittsalter bei Erwerbsminderung von 58 auf 48 Jahre gefallen. Die Ministerin sieht auch die Arbeitgeber in der Pflicht, dieser Situation zu begegnen. Das Gesetz zur Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung ist deshalb in diesem Zusammenhang besonders zu beachten, da die Gefährdungsbeurteilung direkt mit den Führungskräften des jeweiligen Arbeitsplatztyps erstellt wird.

Burnout: Wie können Führungskräfte die seelische Gesundheit ihrer Mitarbeiter beeinflussen

Ministerin Andrea Nahles kritisiert, von Arbeitnehmern würde immer mehr Flexibilität verlangt. Dabei gebe es viele Menschen, die mit der digitalisierten Arbeitswelt nicht zurechtkämen, von den Anforderungen des Internets überrollt würden und sich darin nicht zurechtfinden. Qualifizierung der Führungskräfte, Fachkräftesicherung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien geeignete Strategien, um einer Überforderung und chronischem Stress bei Arbeitnehmern vorzubeugen. An diesem Zusammenhang setzen zum Beispiel die Balance Helpcenter an, die Führungskräfte unter der Maßgabe schulen wie sie im Rahmen einer gezielten Verhältnisprävention Arbeitsplätze so gestalteten können, dass Burnout und chronischer Stress erst gar kein Thema werden. Führungskräfte werden zusätzlich in den Balance Helpcentern für die psychische Verfassung ihrer Mitarbeiter sensibilisiert, lernen dabei aber auch, wie sie auf sich selbst und ihre privaten Partner aufpassen müssen. Denn ein Burnout entsteht nicht nur durch Probleme an Arbeitsplätzen, sondern auch durch private schwierige Situationen.

Burnout vorbeugen, das ist für Unternehmen auch aus Kostengründen interessant

Letztlich, so auch die Einschätzung von Andrea Nahles, sei es im ureigenen Interesse der Unternehmen, sich für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter durch eine Gefährdungsbeurteilung einzusetzen. Petra Seiter, Balance Lotsin und Entspannungsexpertin in den Balance Helpcentern spricht in diesem Zusammenhang von einer hohen Dunkelziffer an Krankheitstagen, die neben den steigenden tatsächlichen Krankschreibungen wegen psychischer Belastungssituationen für versteckte Kosten in Betrieben sorgen. Führungskräfte für Burnout Prävention zu sensibilisieren, sei für Unternehmen eine Win-Win-Situation, weiß die Fachfrau.

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