Gefährliche Kombination: Stress und Alkohol

Stress, Alkohol: Gefahr.

Wer viel arbeitet, läuft Gefahr, Alkohol zu missbrauchen. Alkoholmissbrauch zählt zu den Symptomen bei Burnout-Syndrom

Er schmeckt, entspannt, beruhigt zunächst, ist fast rund um die Uhr verfügbar und ein anerkanntes Genussmittel, das jedoch auch leicht zum Suchtmittel werden kann: Alkohol gilt gerade bei Menschen, die unter chronischem Stress, hoher Arbeitsbelastung und großem Druck leiden als beliebter Entspannungsbeschleuniger. Dazu kommen der gesellschaftliche Druck und die Verharmlosung von Alkohol-Konsum. Wer kann schon zu einem Feierabendbier Nein sagen. Meist erntet man schräge Blicke, wenn man Alkohol ablehnt oder wird als Spaßbremse abgestempelt. Dabei ist Alkohol auf Dauer kein geeigneter Beitrag zur inneren Balance, die durch Stress aus den Fugen geraten ist, sondern eine vermeintliche Entspannungshilfe mit dramatischen Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit.

Alkohol liefert keinen Beitrag zur inneren Balance, die durch Stress aus den Fugen geraten ist

Eine internationale Meta-Studie der Harvard School of Public Health zeigt, dass mit der Zahl der Arbeitsstunden pro Woche auch der Konsum von Wein, Schnaps und Bier steigt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen, die viel arbeiten häufig gefährlich viel Alkohol trinken. Dramatisch wird es bei mindestens 49 Stunden pro Woche. Menschen mit einem vergleichbar hohen Arbeitspensum beschreiben oftmals Lethargie und innere Leere, wenn sie das Büro oder den Arbeitsplatz verlassen. Alkohol hilft dann vermeintlich beim Übergang ins Private und beim Abschalten vom anstrengenden Arbeitstag mit teils verheerenden Folgen für Organe, Stoffwechsel und Psyche. Erhöhter Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch zählen somit zu den klassischen Symptomen eines Burnouts. Im Vergleich zu Menschen, die 35 bis 40 Stunden in der Woche arbeiten, war der Anteil problematischer Trinker unter den Befragten bei den Vielarbeitern um 11 bis 13 Prozent höher. Dabei steigt der Alkoholmissbrauch nicht etwa mit der Verantwortung. Von Alkoholmissbrauch als Burnout Symptom sind alle Hierarchieebenen betroffen.

Stress und Alkoholkonsum: Balance-Helpcenter setzen auf eine ganzheitliche Betrachtung

Eine Verhaltensänderung bei chronischem Alkoholmissbrauch ist nur unter psychotherapeutischer Anleitung langfristig zu schaffen. Ist die innere Balance durch zu viel Arbeit, Stress und Verantwortungsdruck einmal aus den Fugen geraten und ist der Griff zur Flasche zu einem probaten und regelmäßigen Kompensationsmittel geworden, auf das von alleine nicht mehr verzichtet werden kann, ist dringend Hilfe geboten. Viele Kliniken, die Burnout-Syndrome behandeln, bearbeiten auch die mit Alkoholmissbrauch einhergehende Suchtproblematik. Auch die Balance-Helpcenter setzen auf eine ganzheitliche Betrachtung stresskranker Menschen.

Bild: © Photographee.eu – Fotolia.com