Stress / Burnout: Lehrer überdurchschnittlich betroffen

Lehrer häufig von Burnout betroffen.

Negativer Stress und Burnout machen Lehrern besonders zu schaffen

Neben den sogenannten Helferberufen wie sie etwa im Gesundheitswesen zu finden sind, leiden auch Lehrer statistisch gesehen überproportional häufig an einem Burnout Syndrom. Ein Gutachten des Aktionsrates Bildung im Auftrag der bayerischen Wirtschaft bescheinigte 2014 30 Prozent der Lehrkräfte psychische Probleme, zu denen auch Burnout gehört. Dieses Studien-Ergebnis bestätigen andere Untersuchungen, die bestimmten Berufsfeldern ein besonders hohes Risiko zum „Ausbrennen“ bescheinigen. Offensichtlich schafft das Umfeld „Schule“ die besondere Mischung, die über negativen Stress und einen schleichenden Kontrollverlust am Arbeitsergebnis gerade die besonders engagierten Lehrer irgendwann zu einem inneren Rückzug bewegen und in die dauerhafte, prägende Erschöpfung des Burnouts einmünden. „Aus diesem Grund haben wir den Aktionstag gegen Stress in der Schule ins Leben gerufen“ ergänzt Petra Seiter, die zusammen mit Jürgen Loga das Netzwerk der Balance Helpcenter und Balance-Lotsen im Jahr 2011 ins Leben gerufen hat. An diesem Aktionstag veranstalten Balance-Lotsen bundesweit kostenlose Vorträge, die sowohl für die Lehrer als auch die Schüler wertvolle Werkzeuge zeigen.

Wie wird aus Stress ein Burnout?

Bei einem Burnout Syndrom reagieren Betroffene auf anhaltenden Stress, bei dem das Gleichgewicht zwischen Ruhe und Anspannung gestört wird und der Organismus dauerhaft von entsprechenden chemischen Botenstoffen überschwemmt wird. Während im Falle des normalen, teilweise auch positiven Stresserlebens Stresshormone nach der Stressphase wieder vollständig abgebaut werden, ist das beim Dysstress nicht mehr der Fall. Stress wird eine verselbstständigte Dauererscheinung. Im Rahmen des sogenannten Burnouts treten verschiedene Symptome wie Herzrasen, Rückenschmerzen, Erschöpfung, depressive Verstimmungen und einiges mehr auf. Ganz allgemein ziehen sich die Betroffenen in sich zurück und stellen ihr Engagement für die Tätigkeit weitestgehend ein.

Prävention gegen Stress und Burnout in der Schule

Bei Lehrern scheint das Burnout Syndrom auch zu einem Verlust an Empathie für ihre Schüler zu führen. Die Begeisterung und das positive „Brennen“ für den Lehrberuf kommen ihnen abhanden – von der steigenden Zahl an Fehltagen ganz abgesehen. Die oben zitierte Studie sieht vor allem Handlungsbedarf bei der Ausbildung, um einem Burnout der Lehrkräfte vorzubeugen, da zu idealistische Vorstellungen zu diesem Berufsbild schuld am späteren „Ausbrennen“ sein können. Auch führen viele Experten ins Feld, dass die Gesamtarbeitszeit der deutschen Lehrer zu hoch sei. In jedem Fall müsste man Lehrkräften mehr Unterstützung geben und ihnen Angebote machen, mit Konflikten und der allgemeinen Situation besser umzugehen, damit Probleme nicht mehr aus dem Klassenzimmer nach Hause getragen würden. Die Balance Helpcenter sind Anlaufstelle für Betroffene und ist Partner für Unternehmen – insbesondere wenn es um Stress- und Burnout Prävention geht.

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