Warum Stress die Grippesaison dieses Jahr in Deutschland verlängert

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen Überlastung und Grippe-Anfälligkeit

Löwenstein. Auf eine Verbindung zwischen chronischer Anspannung und Grippesymptomen haben jetzt die Stress- und Präventionsexperten der Balance-Helpcenter im Rahmen einer Pressekonferenz hingewiesen. Dabei wurden Zahlen präsentiert, die einen statistischen Zusammenhang der aktuellen Grippewelle in Deutschland und chronischem Stress und Burnout belegen: Dauerhafte Überlastung und psychischer Druck führen nach Angaben der Stressexperten in zweierlei Hinsicht dazu, dass die Grippezahlen extrem zunehmen und die Erkrankungen auch länger dauern.

Warum Stress die Grippesaison dieses Jahr in Deutschland verlängert

Petra Seiter, Leiterin des Netzwerkes der Balance-Helpcenter in Deutschland: „Der Zusammenhang zwischen der vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) festgestellten Rekordanzahl an Überstunden, dem damit verbundenem Stress und die Anzahl an Krankmeldungen hängen direkt zusammen. Denn Stress, das zeigen die Ergebnisse der Psychoneuroimmunologie, schwächt das Immunsystem. Gleichzeitig entsteht noch ein Parallel-Effekt: Wer viele Kollegen im Umfeld mit einer Erkrankung beobachtet, gesteht sich selbst auch eine ‚Grippe-Auszeit‘ zu.“

Höhere Krankheitsrate bei Menschen mit akutem Stressproblem

In einer internen Studie hat der Forschungsbereich der Balance-Helpcenter aktuell 50 Menschen zu ihrer Krankheitssituation befragt. Die Ergebnisse waren eindeutig: „Bei Menschen, die aktuell wegen einer Stress- oder Burnout-Prävention in einem Balance-Helpcenter begleitet werden, wurde eine zwölf Prozent höhere Krankheitsrate beobachtet gegenüber Menschen, die aktuell kein akutes Stressproblem haben“, schildert Jürgen Loga, Institutsleiter der Balance-Helpcenter die Ergebnisse der Untersuchung. Andere Beobachtungen führender Wissenschaftler bestätigen diese Aussage schon länger, wie u.a. in einem Fachbuch zum Thema von Christian Schüssler dargestellt wird

Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber zu Stressprävention

„Wichtig für Arbeitgeber ist zu erkennen, dass ein überforderter Arbeitnehmer schneller und länger krank ist. Es lohnt sich also auch monetär, präventiv zu handeln“, ergänzt Jürgen Loga. „Deshalb ist das neue Arbeitsschutzgesetz, das auch die psychische Belastung am Arbeitsplatz berücksichtigt, nicht eine bürokratische Bremse, sondern eine wertvolle kostensparende Maßnahme im beruflichen Alltag“.