Wie funktioniert Burnout Prävention?

Wie geht Burnout Prävention?

Negativem Stress und Burnout vorzubeugen ist (nicht) schwer

Maßnahmen zur Vorbeugung gegen das stressbedingte Burnout Syndrom sollten ergriffen werden, noch bevor sich erste Symptome des Krankheitsbildes zeigen. Dabei muss man zwei verschiedene Ebenen unterscheiden: Burnout kann auf persönlicher und auf organisatorischer Ebene vorgebeugt werden. „Was die organisatorische Ebene angeht, sind im Rahmen des Arbeitsschutzes besonders die Arbeitgeber gefragt, Strukturen zu schaffen, die negativen Stress und Burnout verhindern helfen. Sie können sich so auch vor den wirtschaftlichen Nachteilen schützen, die durch die hohe Zahl von Krankheitstagen aufgrund psychischer Erkrankungen und Burnout entstehen. Gerade in kleinen und mittelständischen Betrieben können sich solche Fehlzeiten sehr massiv auswirken“, weiß Jürgen Loga von den Balance Helpcentern. „Als Gegenmittel wurde das Werkzeug der psychischen Gefährdungsbeurteilung vom Gesetzgeber vorgegeben. Diese wir, wenn professionelle umgesetzt, Maßnahmen der Verhältnis Prävention und der Verhaltens Prävention einführen und letztendlich die Arbeits- und damit auch Produktqualität deutlich erhöhen“ ergänzt der Auditor der psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Burnout und Stress haben viele Gesichter

Das Burnout Syndrom besteht aus einem ganzen Bündel von körperlichen sowie seelischen Symptomen. Wie ein roter Faden zieht sich meist die bleierne und andauernde Erschöpfung durch das Krankheitsbild, die Namensgeber des Syndroms geworden ist. Betroffene wirken mit ihren Rückenbeschwerden, ihrer Müdigkeit und ihren depressiven Verstimmungen, um nur einige der mögliche Symptome zu nennen, tatsächlich wie „ausgebrannt“, auf einem inneren Rückzug und lassen jegliches Engagement für ihre Tätigkeit vermissen. Als ursächlich wird Dauerstress gesehen, der die empfindliche Balance zwischen Spannung und Ruhe im menschlichen Organismus nachhaltig stört. Dieser negative Stress entsteht wiederum seinerseits häufig aus einer Verkettung von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen mit organisatorischen Strukturen, die das Burnout fördern. „Es trifft oft die anfänglich besonders engagierten Mitarbeiter. Menschen, die für etwas brennen, brennen selbst aus“ meint Petra Seiter, die Leiterin des Netzwerkes der Balance Lotsen. „So trifft es oft die anfänglich besonders engagierten Mitarbeiter, deren Begeisterung an starren Organisationsstrukturen mit wenig persönlicher Einflussmöglichkeit, an zu langen Arbeitszeiten und Arbeitsverdichtung zerbricht.“ Nicht umsonst sind Lehrer und Angehörige der sogenannten Helferberufe überdurchschnittlich betroffen. Dabei kann es grundsätzlich auch andere Berufsfelder treffen wie eine Studie der GMP Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. zum Burnout unter Projektmanagern zeigt.

Was können speziell Arbeitgeber in der Burnout und Stress Prävention tun?

Während der einzelne Arbeitnehmer lernen muss, sich zu entspannen und mit schwer kontrollierbaren Arbeitssituationen umzugehen, ist der Arbeitgeber noch weiter in der Pflicht. „Dies wird vor allem durch das Handelsgesetzbuch, den Paragraphen 62, die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, ersichtlich“ weit Jürgen Loga, Leiter des Balance Helpcenters in Heilbronn, hin. Dazu ergänzt er: „Der Arbeitgeber schafft durch entflechtende, überschaubare Strukturen, eine Regulierung der Arbeitszeiten und nicht zuletzt durch eine entsprechende Kommunikationsstruktur jene Voraussetzungen, die stressbedingtes Burnout vermeiden helfen. Insbesondere muss der Arbeitgeber selbst sensibel für das Thema Burnout werden und auch seine Belegschaft dafür schulen, rechtzeitig bestimmte belastende Prozesse zu erkennen und offenzulegen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist verpflichtend seit 2014 an allen Arbeitsplätzen durchzuführen, letztendlich als Teil des psychischen Arbeitsschutzes in Unternehmen.“

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