Wie können Unternehmen Stress und Burnout vorbeugen?

<Organisation gegen Stress.

Stress und Burnout Prävention als betriebliche Notwendigkeit

Nicht nur der Arbeitsschutz verpflichtet Unternehmen zu Schritten, die helfen sollen, einem stressbedingtem Burnout vorzubeugen. Jürgen Loga von den Balance Helpcentern betont: „Das Burnout Syndrom kann Unternehmen viel Geld kosten, wenn die multiplen Symptome des Krankheitsbildes Ausfälle und Fehlzeiten provozieren.“ Burnout bedeutet für den betroffenen Arbeitnehmer meist eine Vielzahl von Symptomen, über denen insgesamt die schwere Erschöpfung liegt, die dem Burnout seinem Namen gab. Für den Unternehmer heißt dies, mit variablen Fehlzeiten umgehen zu müssen und eine wenig planbare Situation wirtschaftlich sowie menschlich zu bewältigen. Oft verliert der Unternehmer gerade seine engagiertesten Mitarbeiter an das Burnout. Der Daueranspannung und dem „Ausbrennen“ vorzubeugen wird dadurch schnell zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. „Dazu kommt noch die gesetzliche Anforderung des Gesetzgebers, die psychische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen“ meint der Experte, der zusammen mit Petra Seiter das Netzwerk der Balance-Lotsen anführt. „Durch die korrekt vorgenommenen Dokumentationen der Maßnahmen gegen die psychische Belastung wird diese Anforderung erfüllt“ ergänzt er.

Stress und Burnout Prävention greift auf verschiedenen Ebenen

Das Burnout Syndrom ist meist Folge verschiedener Faktoren. „Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen sind anfälliger für die Entwicklung des Burnouts als andere. Zu diesen Persönlichkeitsmerkmalen zählen unter anderem starker Idealismus sowie Helferimpulse“, beschreibt Balance Lotsin und Entspannungsexpertin Petra Seiter, Geschäftsführerin des Verbundes der Balance Helpcenter. Auch bestimmte Lebenssituationen fördern die Erkrankung und die Ausprägung von negativem Stress. Bestimmte Berufe sind ebenfalls überdurchschnittlich betroffen. Lehrer, Helferberufe und Tätigkeiten mit wenig Kontroll- und Einflussmöglichkeiten seien beispielhaft genannt. Schließlich führen Organisationsdefizite und bestimmte Bedingungen im Betrieb ebenfalls zu Stress und Burnout. Arbeitsverdichtung, lange Arbeitszeiten, extremer Druck und unklare Kommunikationsformen sind ebenfalls Faktoren, die ein stressbedingtes Burnout unterstützen.

Der Idealfall: Das Unternehmen frei von Dysstress und Burnout

Nicht nur aus Kostengründen sind Stress- und Burnoutvorbeugung lohnende Investitionen. Die betriebliche Infrastruktur kann so gestaltet werden, dass negativer Stress minimiert wird. Nachhaltig denkende Unternehmer schaffen intelligente Strukturen und ein Betriebsklima, in dem man mit dem Thema Burnout sensibel und achtsam umgeht. „Wehret den Anfängen“ ist ein gutes Motto in diesem Kontext. Auf der persönlichen Ebene erhalten die Mitarbeiter Unterstützung darin, mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen umzugehen und Stressimpulse positiv zu kanalisieren. Entsprechende Initiativen und Angebote stärken den Zusammenhalt im Unternehmen und die Identifikation mit ihm. Gleichzeitig wird die psychische Gefährdungsbeurteilung, die der Gesetzgeber seit dem Jahr 2014 ausdrücklich von jedem Arbeitgeber verlangt, umgesetzt.

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